Wie werden Hämorrhoiden diagnostiziert?

Da es bei den Hämorrhoiden verschiedene Stufen bzw. Gradanzahlen gibt, sind die Diagnosen bzw. die Methoden auch unterschiedlich. Bei einigen Stufen kann man sehr schnell und auf den ersten Blick erkennen, dass es sich um Hämorrhoiden in z.B. im ersten Grad handelt.

  • Hämorrhoiden 1. Grades kann der Arzt nur mit einem Afterspiegel feststellen. Eine Untersuchung durch Abtasten (Palpation; s.u.) ist bei diesem Krankheitsgrad ungeeignet, da die in diesem Krankheitsstadium noch sehr weichen Hämorrhoiden durch das vergrößerte Hämorrhoidalpolster nicht erspürt werden können.
  • Hämorrhoiden 2. bis 4. Grades sind vom Spezialisten in der Regel mit einem Blick auf den After zu erkennen. Durch Austastung (Palpation; s. u) des Enddarms wird die Diagnose untermauert. Gleiches gilt für eine Hämorrhoidalthrombose oder ein Aftervorfall (siehe auch Krankheitsbilder).

Hämorrhoiden 2. bis 4. Grades sind durch den Spezialisten auf den ersten Blick erkennbar. Weitaus schwieriger ist es Hämorrhoiden 1. Grades, also Hämorrhoiden im Anfangsstadium, zu erkennen. Doch was verbirgt sich hinter den med. Begriffen wie „Digitale rektale Untersuchung“, „Proktoskopie“, „Rektoskopie“ und „Koloskopie“?

Typische Hämorrhoiden Beschwerden (siehe Symptome) beruhen meist auf einer Erkrankung des Enddarms. Sie können jedoch auch durch Krankheitsprozesse im Mastdarms hervorgerufen werden. Es bedarf daher – unabhängig vom Hämorrhoiden Grad oder den Beschwerden – immer einer kompletten Untersuchung des Enddarms, um andere Krankheitsursachen (etwa ein Analkarzinom oder ein  Darmkrebs, die ähnliche Symptome wie Hämorrhoiden aufweisen können) sicher auszuschließen. Die erforderlichen Untersuchungen umfassen die Spiegelung des Enddarms (Rektoskopie; s.u.) und des Dickdarms (Koloskopie; s.u.). Der Patient sollte auf diese weiterführenden Untersuchungen bestehen, denn häufig wird in der Praxis aus Zeitgründen auf diese Untersuchungen verzichtet (und ggf. ein Darmkrebs oder Analkarzinom nicht frühzeitig erkannt).

Übersicht der Diagnoseverfahren

Palpation

Die Palpation zählt in der Medizin zu den körperlichen Untersuchungen. Man versteht darunter das Abtasten der Körperoberfläche oder das Austasten von Körperöffnungen mittelsdessen eine Diagnose vorab getroffen werden kann. Der untersuchende Arzt kann so auf sehr einfache Weise u.a. die Schmerzempfindlichkeit, Elastizität, Konsistenz und abnorme Veränderungen (z.B. Knoten oder Verdickungen) an Körperregionen oder Organen feststellen. Mit der Palpation lassen sich nicht zwar nicht alle krankhaften Veränderungen erkennen (geringe Spezifität und Sensitivität), die Untersuchung gibt dem Arzt aber eine erste Orientierung für evtl. weiter erforderliche Untersuchungen.

Die Palpation des Enddarmbereichs bezeichnet man als „Digitale rektale Untersuchung (DRU)“: Hierunter versteht man die Untersuchung des Mastdarms (Rektum) mit dem Finger (lat. digitus). Bei Verdacht auf ein Hämorrhoidalleiden ist die Tastuntersuchung ein wichtiger Bestandteil der Untersuchung und Diagnostizierung. Der Arzt kann so für den Patienten vollkommen schmerzlos den Enddarm auf ein Hämorrhoidalleiden untersuchen. Der Begriff Palpation stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „streicheln“. Die Palpation zählt (wie die Inspektion, die Perkussion und die Auskultation) zu den „Körperlichen Untersuchungen“

Proktoskopie

Unter einer Proktoskopie versteht der Mediziner eine Spiegelung des Enddarms (d.h. des ca. 2,5 bis 4 cm langen Analkanals). Die Untersuchung erfolgt mit einem sog. (starren) Proktoskop, einem Untersuchungsgerät mit etwa 2 Zentimeter Durchmesser und etwa 10 bis 15 Zentimeter Länge. Die Untersuchung des Patienten erfolgt normalerweise auf einem speziellen Rektoskopietisch, auf dem der Patient – auf den Knie und den Ellenbogen gestützt – eine Position einnimmt, die dem Arzt optimale Untersuchungsbedingungen bietet und eine Diagnose einfacher macht. Die Untersuchung kann jedoch auch in Linksseitenlage oder in der sog. Steinschnittlage erfolgen.

Im Vorfeld der Proktoskopie muß der Mastdarm entleert werden, um die Inspektion nicht durch Darminhalt zu behindern. Das geschieht entweder auf natürliche Weise oder mit Hilfe eines Abführmittels. Bei der proktoskopischen Untersuchung wird das Instrument in voller Länge in das Rektum eingeführt und unter Sicht verschoben. Damit der Arzt gute Sicht, auf die zu untersuchenden Gebiete hat, wird der Darm mittels Luftinsufflation erweitert (d.h. durch Einblasen von Luft). Falls ein Befund vorliegt können ggf. Gewebeproben (Biopsien) entnommen oder die Hämorrhoiden direkt  behandelt werden.

Die eigentliche Untersuchung dauert ca. 5 bis 10 Minuten. Sie wird von den Patienten häufig als unangenehm empfunden, ist aber in der Regel schmerzlos.

Rektoskopie

Unter einer Rektoskopie versteht man die Spiegelung des Mastdarms (Rektum). Der Mastdarm ist der ca. 12 – 15 cm Abschnitt des Enddarms, der nach innen auf den Analkanal folgt (s. oben Proktoskopie). Ähnlich der Proktoskopie verwendet der Arzt zur Untersuchung ein (starres) ca. 20-30 cm langes Metallrohr (das Rektoskop) mit einem Durchmesser von 1,5 – 2 cm. Teilweise werden auch flexible Endoskope eingesetzt.

Damit der zu untersuchende Darmabschnitt hinreichend exakt diagnostiziert werden kann, wird der Darm auch hier durch Luftinsufflation erweitert. Auch bei der Rektoskopie können bei einem Befund ggf. Gewebeproben (Biopsien) entnommen oder die Hämorrhoiden gleich behandelt werden. Vor der eigentlichen Untersuchung wird der Enddarm mittels eines Einlaufs gereinigt. Wie bei der Proktoskopie wird der Patient zur Untersuchung in die Knie-Ellenbogen-Lage oder in der Seitenlage gebracht.

Koloskopie

Unter einer Koloskopie versteht der Mediziner die Spiegelung des gesamten Dickdarms. Die Untersuchung kann für den Patienten schmerzhaft sein und wird daher nicht sonderlich oft für die Diagnose bzw. Untersuchung eingesetzt.

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